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Das Johanneskirchlein zu Hohenberg

Die Besiedelung dieser Gegend erfolgte bereits im Frühmittelalter, wie die Entdeckung eines karolingisch-ottonischen Gräberfeldes (7. bis 9. Jh. n. Chr.) beweist. Die erste urkundliche Erwähnung (um 1135) ist in einem Traditions-Kodex des Stiftes Admont festgehalten. Schon im frühen 12. Jahrhundert war Hagenberg – wie der Ort bis ins 15. Jahrhundert hieß – Sitz einer gleichnamigen adeligen Familie, deren erster namentlich bekannter Angehöriger ein gewisser Regilo (= „ liber homo“, d.h. Freier Mann) war. Seine Töchter Gertrud, Heilka und Margareta lebten um 1160 als Nonnen im Admonter Frauenkloster, dem Regilo mehrere Güter in der Umgebung von Hohenberg schenkte, wobei das Kloster um jene Zeit auch im Ort selbst Besitzungen hatte, die in verschiedenen sowohl päpstlichen als auch kaiserlichen Urkunden aus dem 12. Jahrhundert vorkommen (die älteste stammt von Papst Alexander III. und ist datiert mit 13. Februar 1171, die letzte bekannte Aufzeichnung ist ein Dokument Papst Urbans III. vom 26. Mai 1187).

Die Kirche – die älteste der Pfarre – ist den beiden Heiligen Johannes, dem Täufer und dem Evangelisten, geweiht und ist zudem seit alters her ein Marienheiligtum. Der älteste Teil des Gotteshauses – das aus Quaderwerk gefügte romanische Langhaus mit zwei ebenfalls romanischen Fenstern an der Südseite – geht wahrscheinlich auf die Zeit der ersten Nennung zurück. Um 1400 fand eine Vergrösserung des Gotteshauses statt: Die romanische Apsis wurde abgebrochen und der gotische Chor (einjochig und mit 5/8 Schluss) höher und breiter als das Langhaus mit Kreuzrippengewölbe auf Konsolen und Masswerkfenster angebaut.

Der Dachreiter mit Zwiebelhelm und „Geigenkasten-Fenstern“ stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die beiden Glocken wurden 1953 geweiht. Der bemerkenswerte Flügelaltar – ein Werk aus dem Umkreis von Leonhard Astl, dem Meister des Hallstätter Hochaltares (Ennstaler Schule) – entstand um das Jahr 1520. Im Schrein stehen die Schnitzfiguren von Maria mit dem Kind, Johahnnes dem Täufer (zu ihrer Rechten) und Johannes dem Evangelisten (links von ihr).
Im Gesprenge (der Fialenbekrönung oberhalb des Schreins) erhebt sich der Auferstandene als Ecce-Homo (Schmerzensmann); auf den etwas unterhalb befindlichen Sockeln waren einst die Statuen von Maria und dem Apostel Johannes zu sehen, die 1971 Opfer eines Kunstraubs wurden. Die in Tempera-Technik und nach Art der Werkstatt des alpenländischen Malers Lukas Cranach ausgeführten Tafelmalereien der Flügel zeigen folgende Darstellungen: auf den Werktagsseiten – d.h. in geschlossenem Zustand – den hl. Stephanus (linker Standflügel), die Enthauptung von Johannes dem Täufer und das Gastmahl des Herodes (inneres Flügelpaar) sowie den Hl. Laurentius (rechter Standflügel); auf den Sonntagsseiten – bei geöffnetem Schrein – links oben die Hl. Margaretha und unten die Hl. Agnes, rechts oben die Hl. Ursula und unten die Hl.Genoveva. Auf der Vorderseite der Predella (des Schreinunterteils) wird die Kreuztragung vor Augen geführt. Das Besondere an dieser Szene ist, dass alle Gesichter der dargestellten Figuren nahezu gleich sind. Auf der Schreinrückwand ist die von den Hll. Benedikt von Nursia (links) und Leonhard (rechts) flankierte Schutzmantelmadonna zu sehen, darunter – auf dem rückwärtigen Teil der Predella – das von zwei Engeln gehaltene Schweisstuch der Veronika. Im Schiff finden wir auch einige barocke Bilder, wie beispielsweise eine Marienkrönung (Nordwand). Das Votivbild an der Südseite ist mit 1771 datiert. Erwähnenswert sind noch das spitzbogige Westportal und die schwere Tür mit Beschlägen aus der Gotik. Der Altar wurde 1886 und 1955/57 restauriert. In den Jahren 1957 – 1960 und 1986 konnte die Kirche dank der engagierten Mithilfe der Bevölkerung innen und aussen gründlich renoviert werden.

© Th. Dorn